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Ethische Herausforderungen der Digitalisierung in der Weiterbildung

 

Dieses Projekt soll zu einer stärkeren Reflexion und Auseinandersetzung in den geförderten gemeinwohlorientierten Angeboten nach dem Weiterbildungsgesetz mit dem Thema Digitalisierung und seinen, insbesondere ethischen, Herausforderungen beitragen. Dabei sollen die Einrichtungen der LAG KEFB NRW e.V. Sensibilisierung und Unterstützung bei kritischen Fragestellungen und solchen nach „Was ist richtig, was ist falsch?“ im Zusammenhang mit dem Digitalen Wandel erhalten. Dies gilt insbesondere hinsichtlich der Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich den Herausforderungen und der Auseinandersetzung des Lehrens und Lernens im digitalen Wandel, sei es im Kreis der Mitarbeitenden und Kollegen, der Teilnehmenden und der Stakeholder stellen müssen.

 

Ausgangslage

Die Gesellschaft befindet sich mitten im Digitalen Wandel. Die Politik auf der Landesebene und auf der Bundesebene gibt den Herausforderungen, die sich damit stellen, eine deutliche Priorität. Im Koalitionsvertrag der nordrhein-westfälischen Landesregierung und den seitdem erfolgten Aktivitäten wie der finanziellen Besserstellung und den Initiativen zur Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Einrichtungen, die Digitalisierung der Weiterbildung wird dies weiter vorangebracht.

Die Digitalisierung wirkt sich in der Gesellschaft und der Weiterbildung aus. Hierzu zählen Aspekte, dass bereits heute eine Vielzahl von Menschen keinem normalen Nine-to-five-Job mehr nachgehen, dass sich die Art von Arbeitsverhältnisse ändert oder dass nicht nur noch für eine Institution gearbeitet wird. Und es stellt sich zunehmend die Frage, was wird aus den Tätigkeiten, in denen die Menschen vorrangig mit Menschen zu tun haben, zum Beispiel in der Schule oder in der Pflege – und in der Weiterbildung. Hier ist eine digitale Ethik im Sinne einer kritischen Reflexion über das `gute Leben in einer von der Digitalisierung geprägten Welt` erforderlich. Ethik soll dem Menschen Hilfestellung für seine sittlichen Entscheidungen liefern. Wie gut funktioniert das in einer immer schneller immer unüberschaubarer werdenden digitalen Weiterbildungswelt?

Die informationsethische Debatte ist aber längst eine gesamtgesellschaftliche, wie die täglichen Beiträge in den Tageszeitungen deutlich zeigen. Die Digitalisierung erfasst und verändert die Lebensweise der Menschen lokal und global. Was sich allmählich herausbildet sind neue gute und weniger gute Sitten, d.h., neue Moralen (Lat. mores = Sitten und Gebräuche). Hier gilt es Hilfestellungen zu geben.

 

Strategische Ziele

Mit dem Projekt verfolgt die LAG KEFB in NRW e.V.  die Ziele:

  • stärkere Reflexion und Auseinandersetzung in den geförderten gemeinwohlorientierten Angeboten nach dem Weiterbildungsgesetz mit dem Thema Digitalisierung
  • Breite Information der hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über die Notwendigkeit der Reflexion der Konsequenzen aus der Digitalisierung für das Programmangebot, die Organisation der Einrichtung und den Austausch mit Mitarbeitenden und Kollegen, Teilnehmenden und Stakeholdern
  • Grundlegende Orientierung und Entscheidungshilfe für die Reflexion über Entwicklungen in den Einrichtungen
  • Ethische Hilfestellung, etwa Klarheiten bezüglich Handlungsoptionen und ihrer Auswirkungen auf den oder die Handelnden in seiner/ihrer jeweiligen Welt.
  • Informationen und Erfahrungsaustausche über Ethik in der Digitalisierung
  • Behandlung grundsätzlicher Fragen, die sich neu stellen, etwa: Wie ändert sich das Verhältnis zwischen Privatheit und Öffentlichkeit? Wie sind die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Umwelt (Stichwort: electronic waste)? Was bedeuten Bildung und Ausbildung im digitalen Zeitalter? Was ist digitale Aufklärung?
  • Systematischer Austausch zwischen den Einrichtungen

Inhalte des Projektes

  • Erfassung der Einbeziehung von ethischen Fragestellungen bei der Digitalisierung in den Einrichtungen
  • Erfassung der Erfahrungen mit dem Thema
  • Einbeziehung aktueller Aspekte des Weiterbildungsbereichs
  • Orientierungshilfen und praktische Beratung geben (organisatorisch, strategisch, finanziell, technisch, konzeptionell)

 

Gefördert wird das Projekt durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Schöne neue Bildungswelt

Fotos ►

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Ein Studientag `Schöne neue Bildungswelt´ fand am 17. Januar 2019 in der Akademie Franz Hitze Haus in Münster statt. Haupthemen waren die Möglichkeiten, Grenzen und ethische Erfordernisse der Digitalisierung in der kirchlicheren Erwachsenenbildung. Dazu zählten u.a. die Frage, wofür die Digitalisierung in meiner Einrichtung genutzt werden kann, einige Best Practice Beispiele aus dem Bildungsbereich sowie der ethische Rahmen für die Anwendung in kirchlichen Einrichtungen. „Blended learning“, E-learning“ oder „Webinar“ seien dabei nur einige Begriffe, die zeigten, dass der Megatrend Digitalisierung auch mitten in der Bildungslandschaft angekommen sei. Damit entstünden für Bildungseinrichtungen und deren Mitarbeitende viele Chancen und Herausforderungen. Für viele Bereiche könne Digitalisierung einen großen Mehrwert bedeuten und Lehrende in ihrer Arbeit unterstützen, ohne dabei die Dozentin oder den Dozenten ersetzen zu wollen. Eine Digitalisierung von Programmangeboten habe aber auch Konsequenzen für die Organisation einer Einrichtung und den Austausch von Mitarbeitenden und Teilnehmenden. Es zeigte sich, dass sich auch grundsätzliche ethische Fragen stellen, wie die nach dem Verhältnis von Privatheit und Öffentlichkeit sowie nach der Partizipation von Teilnehmenden.

 

Der Studientag, an dem über 40 Mitarbeitende in Einrichtungen kirchlicher Erwachsenenbildung und der verbandlichen Arbeit teilnahmen, stellte nach einer grundlegenden Einführung in die Dynamik des digitalen Wandels, einschlägige Anwendungen für die gemeinwohlorientierte Weiterbildung vor. Über einfache Best-Practice-Beispiele wurden Teilnehmende zum Umgang mit digitalen Anwendungen, etwa der Nutzung des eigenen Smartphones oder Tablets, ermutigt. Akteure unterschiedlicher kirchlicher Bildungseinrichtungen stellten sich die Frage, wofür sie Digitalisierung in ihrer Einrichtung zukünftig nutzen wollen, wo der Einsatz von digitalen Anwendungen überhaupt sinnvoll sei z.B. Bildungsarbeit sinnvoll methodisch ergänzen, Unterstützung bei Wissensvermittlung, Teilnehmende vernetzen, Explain everything – Teamkonferenz nutzen.

 

Zum Abschluss des Tages wurde ein Bildungsbedarf zur Ethik des Digitalen ermittelt. Dabei standen Aspekte im Vordergrund, wie die Konzeptentwicklung für digital unterstützte Formate, das Kennenlernen mehrere digitalen Tools, Bewertungen (ethische) z.B. Was für gesellschaftliche Veränderungen entstehen durch die Digitalisierung? sowie Entlastungen im administrativen Bereich.

 

Die Tagung war eine Kooperationsveranstaltung von Akademie Franz Hitze Haus, Bildungswerk der KAB und LAG KEFB NRW. Sie fand im Rahmen des NRW-geförderten Projektes „Ethische Herausforderungen der Digitalisierung in der Weiterbildung“ statt.